top of page

Basel reguliert – Birsfelden baut

  • 3 days ago
  • 2 min read

Updated: 12 minutes ago

Der Wohnungsmarkt in der Region Basel ist angespannt – doch die Antworten darauf könnten unterschiedlicher kaum sein. Während Basel-Stadt vor allem bestehende Mietwohnungen schützt und stärker reguliert, setzt Birsfelden auf einen anderen Hebel: mehr bauen. Neue Quartiere, verdichtete Areale und klare Regeln für bezahlbaren Wohnraum sollen das Angebot erweitern.


Primsa Birsfelden am Zentrumsplatz mit Blick Richtung Birs (Visualisierung, Stand: November 2026) © Herzog & de Meuron
Primsa Birsfelden am Zentrumsplatz mit Blick Richtung Birs (Visualisierung, Stand: November 2026) © Herzog & de Meuron

Die Strategie der Gemeinde Birsfelden basiert auf einer einfachen Logik: Wenn Wohnungen fehlen, müssen zusätzliche entstehen. Da in Birsfelden kaum noch unbebaute Flächen vorhanden sind, geschieht dies vor allem über die Entwicklung bestehender Areale und die Erneuerung ganzer Quartiere. 

Mit Quartierplanungen können grössere Gebiete neu strukturiert werden. Ältere Gebäude werden ersetzt, neue Wohnhäuser entstehen und gleichzeitig werden öffentliche Räume sowie Infrastruktur verbessert. Auf diese Weise wächst der Wohnungsbestand Schritt für Schritt – ein wichtiger Faktor in einer Region mit steigender Bevölkerung. 

Ein Beispiel dafür ist die geplante Entwicklung des neuen Zentrums von Birsfelden. Dort sollen über hundert zusätzliche Wohnungen entstehen, viele davon durch Wohnbaugenossenschaften. Auch andere Projekte setzen auf verdichtete Bauweisen und moderne Quartierentwicklungen.


Bezahlbarer Wohnraum als feste Vorgabe 

Gleichzeitig verfolgt die Gemeinde das Ziel, dass neue Wohnungen nicht nur für Gutverdienende entstehen. 

Das Wohnschutz- und Baureglement enthält deshalb klare Vorgaben für bezahlbaren Wohnraum. Auf Gemeindeland müssen mindestens 50 Prozent der Wohnungen von gemeinnützigen Bauträgern wie Wohnbaugenossenschaften erstellt werden. Diese arbeiten nicht gewinnorientiert und bieten Wohnungen meist zu deutlich günstigeren Kostenmieten an. Auch private Investoren werden einbezogen: Bei grösseren Projekten muss ein Teil der Wohnungen unter dem lokalen Mietmedian angeboten werden. Die Gemeinde versucht damit, zwei Ziele zu verbinden – mehr Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass ein Teil davon langfristig bezahlbar bleibt.


Der andere Ansatz in Basel 

In Basel-Stadt liegt der Schwerpunkt der Wohnpolitik stärker auf dem Schutz bestehender Mietwohnungen. Für grössere Renovationen, Umbauten oder Abrisse sind zusätzliche Bewilligungen erforderlich. Teilweise können Mietzinse nach einer Sanierung staatlich begrenzt werden. Diese Regeln sollen verhindern, dass bestehende Mietwohnungen durch Sanierungen stark verteuert werden. 

Gleichzeitig führen solche Vorschriften jedoch auch dazu, dass Bauprojekte komplexer werden. Verfahren dauern länger, Investitionen werden vorsichtiger geprüft und Ersatzneubauten sind schwieriger umzusetzen. 

Gerade in einer Situation, in der dringend neue Wohnungen gebraucht werden, kann ein stark regulierter Markt dazu führen, dass weniger gebaut wird.


Zwei Strategien – ein Ziel 

Hier zeigt sich ein grundlegender Unterschied: Während Basel-Stadt vor allem versucht, den bestehenden Wohnungsmarkt zu schützen und möglichst alle Entwicklungen auf den Transformationesarealen zu realisieren, setzt Birsfelden stärker darauf, das Angebot zu erweitern. Beide Ansätze verfolgen letztlich soziale Ziele. Doch Birsfelden verbindet diese stärker mit einer aktiven Entwicklungspolitik – durch neue Quartiere, verdichtetes Bauen und klare Vorgaben für bezahlbaren Wohnraum. Vielleicht lohnt sich deshalb ein Blick über die Kantonsgrenze: Birsfelden zeigt, dass Wohnpolitik auch anders funktionieren kann – pragmatisch, entwicklungsorientiert und mit Blick auf die Zukunft. 

Comments


bottom of page