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Areal-Explorer - Entwicklung erleben

  • 23. Juni
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 6 Tagen

Interessierte aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung waren mit dabei, als wir auf unserem thematischen Spaziergang zu Transformationsarealen über Chancen und Herausforderungen der Stadtentwicklung diskutierten. Trotz tropischer Temperaturen haben an unserem Areal-Explorer rund 120 Personen teilgenommen.



Heisse Temperaturen, heisse Themen: Unser Areal-Explorer zu Kleinbasler Wirtschaftsarealen im Wandel liess wortwörtlich niemanden kalt. An fünf Stationen – und auf den Spaziergängen dazwischen – diskutierten die Teilnehmenden zu verschiedenen Themen rund um die Stadtentwicklung.


400 neue Wohnungen am Messeplatz

Am ersten Halt bei Messe informierte Dominik Renner von der HRS Real Estate AG über die Entwicklungen am Standort. Das Parkhaus der Messe wird einem Wohnbau mit 400 neuen Wohnungen weichen. Parkmöglichkeiten werden in den Untergrund verlegt. Im Erdgeschoss der beiden neuen Wohnhäuser sind Gewerbeflächen vorgesehen. Zwischen dem 94 Meter hohen Turmhaus und dem sechsgeschossigen Längsbau soll ein Grünpark entstehen. Das Bauvorhaben steht kurz vor dem Bauentscheid. Ziel ist es, mit dem Rückbau des Parkhauses noch Ende dieses Jahres zu beginnen. 2030 sollen die Wohnungen bezugsbereit sein. 


Visualisierung des Turmhauses am Messeplatz durch Herzog & de Meuron
Visualisierung des Turmhauses am Messeplatz durch Herzog & de Meuron

Als Herausforderungen und Stolpersteine nennt Renner die langen Entwicklungs- und Realisierungszeiten – erfolgte die Testplanung doch bereits 2014. Für die Bewilligungsverfahren verlangten die Behörden eine umfangreiche Dokumentation – und benötigen 12 bis 18 Monate für ihren Prüfprozess. Auch die Wirtschaftlichkeit sei herausfordernd, müsse doch ein Gleichgewicht zwischen Investitionskosten und Mieterträgen gefunden werden. Schliesslich sei der Betrieb der Baustelle im städtischen Raum wegen den engen Platzverhältnissen eine grosse logistische Herausforderung.


Vom Bahnhof zur Messehalle zum Wohnhaus

Der zweite Halt war die ehemalige Halle 3 der Messe am Riehenring, die zurzeit der BVB als Busdepot dient. Das Gebäude beeindruckt mit seinem grossen Volumen. Jonathan Koellreuter von Immobilien Basel-Stadt erläuterte die Pläne für das Areal, wo vor 130 Jahren der erste Badische Bahnhof stand und später eine der ersten Messehallen gebaut wurde. Der Kanton Basel-Stadt hat die Halle übernommen und plant darauf bis zu 200 Wohnungen zu bauen. Auch Gewerbeflächen sind vorgesehen. Ebenso ein unterirdisches Quartierparking sowie zwei begrünte Innenhöfe. Mit dem Abbau der Passerelle soll der Raum für das Quartier geöffnet werden. Bei der bisher rund eineinhalbjährigen Planung haben auch die Quartierbewohnenden mitgewirkt. 2029 ist der Baubeginn geplant.


Visualisierung: Clauss Kahl Merz Atelier für Architektur+Städtebau und Truwant+Rodet+
Visualisierung: Clauss Kahl Merz Atelier für Architektur+Städtebau und Truwant+Rodet+

Franck-Areal in Pionierphase

Nach einem kleinen Spaziergang erreichten die Teilnehmenden das Franck-Areal, den dritten Halt unseres Areal-Explorers. Christoph Peter von der Wegwarte AG berichtete von einem Areal im Aufbruch. Die Entwicklungsgruppe, die bereits das Gundeldingerfeld entwickelte, hat das Baurecht für das Franck-Areal. Dieses ist in eine Wohnzone und Gewerbe- und Industriezone aufgeteilt. 2022 hat die Gruppe eine zonenkonforme Entwicklung im Bestandsausbau gestartet. Dabei setzt sie in der Pionierphase auf ein schrittweises Vorgehen – Gebäude für Gebäude – und rasche Neunutzungen, um Erfahrungen zu sammeln, was funktioniert und wie angepasst und entwickelt werden muss. Wenn möglich, werden dabei Baustoffe wiederverwertet. Bereits eingezogen sind etwa das Tanzhaus oder das Leihlager.


Illustration: Wegwarte AG
Illustration: Wegwarte AG

Genossenschaften und private Investoren

Ganz anders präsentiert sich der vierte Halt im Erlenmatt-Quartier: Das Areal des ehemaligen Güterbahnhofs der Deutschen Bahn ist fertig entwickelt. Während die Stiftung Habitat die sogenannte Ostscholle Genossenschaften im Baurecht zur Entwicklung abgegeben hat, hat das Immobilienunternehmen Bricks die Westscholle erworben und private Investoren für die Entwicklung gewonnen, berichtete Philippe Druel von Bricks. Das Niemandsland wurde ab 2005 entwickelt und präsentiert sich heute als neues Stadtquartier mit dem grössten Park der Stadt und rund 2'000 Wohnungen – ein Mix aus Genossenschafts- und Marktwohnungen sowie Gewerbeflächen in den Erdgeschossen. Letztere weisen allerdings einen hohen Leerstand auf, da zu wenig Menschen hier leben. Erste Gedanken für eine Nachverdichtung stehen nun kurz nach der offiziellen Eröffnung des Erlenmattparks im Raum.


Foto: Bricks
Foto: Bricks
Mischnutzung angestrebt

Rosental Mitte, der fünfte Halt, befindet sich auf dem ältesten Chemieareal von Basel. In den 1850er-Jahren startete dort die Herstellung künstlicher Farben – einer Weltneuheit. Seit den 1960er-Jahren wurde die Produktion ausgelagert und das Areal zu einem Forschungs- und Entwicklungsstandort. Vor rund zehn Jahren hat der Kanton Basel-Stadt das Areal in zwei Tranchen gekauft. Nun sollen die Wirtschaftsflächen weiterentwickelt, Wohnen ermöglicht, das bisher geschlossene Areal geöffnet und zu einem Stadtteil transformiert werden. Um die Nutzungsfläche zu erhöhen, wird auf dem dichten Areal in die Höhe gebaut, erläuterten Peter Kaufmann von Immobilien Basel-Stadt und Jürg Degen Leiter Städtebau beim Bau- und Verkehrsdepartement. Auch drei Grünanlagen sollen geschaffen werden. Dazu sind eine Zonenänderung sowie ein Bebauungsplan notwendig, die der Grosse Rat bewilligen muss. Die Arbeiten hierfür werden nun angegangen.


Modell: Bau- und Verkehrsdepartement BS
Modell: Bau- und Verkehrsdepartement BS

Austausch über den Dächern von Basel

Nach dem Rundgang trafen sich die Teilnehmenden zum Austausch und Grill auf dem Dach des Messeparkings. Handelskammerdirektor Martin Dätwyler dankte allen Beteiligten, die mit ihrem grossen Engagement unseren Areal-Explorer ermöglichten. Er versicherte den Teilnehmenden zudem, dass sich die Handelskammer weiterhin mit viel Herzblut für eine dynamische Stadt- und Wirtschaftsentwicklung einsetzen wird. Damit den Unternehmen attraktive Wirtschaftsflächen und der Bevölkerung genügend Wohnraum auch in Zukunft zur Verfügung stehen.


Apéro auf dem Dach des Messe-Parkings
Apéro auf dem Dach des Messe-Parkings


Nachbericht in Zusammenarbeit mit der Handelskammer beider Basel.


Michael Hug, Leiter Verkehr, Raumplanung, Energie und Umwelt Handelskammer beider Basel sowie Koordinator von «Basel vorwärts» bedankt sich bei allen Partnern für den «hitzigen» Einsatz und die Unterstützung. Ein grosser Dank geht an die MCH Group, die den grosszügigen Apéro auf dem Messe-Dach ermöglichte.

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