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Klybeckinsel: Was wäre, wenn…?

  • 8. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Die Rekonstruktion der historischen Klybeckinsel, über welche die Basler*innen am 14. Juni abstimmen, wäre ein Schildbürgerstreich. Aber denken wir das Szenario durch. 


Bild: Adrian Kohler
Bild: Adrian Kohler

Die Baudirektorin Esther Keller erhält zweimal hintereinander den Platz in der Rubrik «Die schlechteste Woche hatte…». Kurz vor Auffahrt musste sie einen Marschhalt bei der Verlegung der Hafenbahn mitteilen: fast doppelt so teuer, viel später als gedacht – man muss nochmal über die Bücher. Jetzt wollen die Basler*innen die Klybeckinsel wiederherstellen. Ein Wald ist ihnen nicht genug.


Kurz nach der Abstimmung werden die ersten Konsequenzen des Entscheids klar: die Arbeiten für den Stadtteilrichtplan Klybeck-Kleinhüningen müssen gestoppt werden, ebenso die Planung für den Klybeckquai-Westquai. Das Projekt klybeckplus muss von Grund auf überprüft werden, die Auflage des fast fertigen Bebauungsplans wird verschoben – Termin unbestimmt. Rhystadt, die Eigentümerin eines Teils der zukünftigen Insel, muss die Situation zuerst neu beurteilen, da ein für ihr Engagement wichtiges Bauareal wegfällt. Ist unter diesen Umständen das Projekt noch nachhaltig realisierbar? Wer springt, wenn überhaupt, in die Bresche? 


Im ersten Moment kann man sich vielleicht noch über den Tritt ans Schienbein von Verwaltung und Immobilieninvestoren freuen – unter dem Motto: so what? Die realen Konsequenzen für die Menschen in Basel werden aber nach und nach deutlich: in den nächsten Jahren nicht ein Quadratmeter mehr Grün und ein Baum mehr im Klybeck und keine Aussicht auf Tausende neue Wohnungen ab 2030 für diejenigen, die umziehen möchten oder neu nach Basel kommen. Ob das Industrieareal im Klybeck je geöffnet werden kann und die Standortbelastungen angegangen werden – es steht in den Sternen. Die neue Insel muss zuerst geplant werden – schneller als andere Grossprojekte geht das auch nicht. Bis weit ins nächste Jahrzehnt bleibt also alles zuerst einmal, wie es ist.


Ist das gut? Ist die Aussicht auf einen Volkswald im Rhein in (sagen wir) 15 Jahren so attraktiv, dass man die Vorteile der heute geplanten Entwicklungen vergibt, im Fall von klybeckplus schon fast entscheidungsreifen Entwicklung? Ist es gescheit, auf Milliardeninvestitionen von Privaten für einen neuen, attraktiven Stadtteil und neue Steuereinnahmen zu verzichten und stattdessen mehrere Hundert Millionen Franken an Steuergeldern in eine neue Insel zu investieren? Natürlich sind dies rhetorische Fragen. 


Wieso sollte man als Stimmberechtigter oder Stimmberechtigte trotzdem Ja sagen wollen? Dafür mag es aus deren Sicht «gute Gründe» geben: 

  • «Wir wollen zeigen, dass heute alles in eine falsche Richtung geht!»  

  • «Wir wollen noch mehr Grün, als schon geplant ist!» 

  • «Wir wollen alles, aber anders!» 

Mit dem Ja zur Insel kann man all diesen Gründen eine Stimme geben. Mehr erreicht man damit nicht. Und das ist für Basel zu wenig. 

 

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Adrian Kohler ist Berater bei Farner Consulting. Auf Seiten von Rhystadt und klybeckplus engagiert er sich für die Transformation des Klybeck-Areals zu einem grünen, durchmischten und klimafreundlichen Stadtteil.  

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